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Johannes Weg

Wahrhaftiger Glaube

Wien 2012

Weg, Johannes

Wahrhaftiger Glaube

17. überarbeitete Ausgabe

Wien 2012

Alle Rechte vorbehalten

© Johannes Weg, Wien 2012

Der Autor gestattet die Vervielfältigung und Weitergabe in elektronischer oder gedruckter Form, soweit der Text inhaltlich unverändert und komplett (einschließlich dieser Erklärung) wiedergegeben und durch keine Zusätze, die nicht eindeutig als solche zu erkennen sowie die Lesbarkeit nicht beeinträchtigen, verändert wurde. Gedruckte Versionen dürfen zu einem Preis, der den Herstellungs- und Vertriebskosten angemessen ist, verkauft werden.

1. Einleitung

Die in diesem Text grob skizzierten Gedanken beruhen auf einer für mein Empfinden existentiellen Erfahrung. Im Zuge von Gewissensfragen geriet ich nämlich nach einer Kindheit und Jugend als fundamentalistischer Christ in eine große Glaubenskrise, die schließlich im Verlust vermeintlicher Gewißheiten mündete. Was mein Leben bis dahin bestimmt hatte, erschien plötzlich wie eine bloße Fiktion. In der Folge pendelte meine Überzeugung zunächst in Richtung eines atheistischen Materialismus im Sinne der Physik des 19. Jahrhunderts. Deren Infragestellung durch Quanten- und Relativitätstheorie führten mich zu einer intensiven Beschäftigung mit Erkenntnisproblemen, teilweise auch deshalb, weil ich in jener Zeit über die eher zufällige Lektüre eines Klassikers der systemischen Psychotherapie[1] auf den sogenannten radikalen Konstruktivismus (der nicht mit dem Konstruktivismus der Erlanger Schule zu verwechseln ist) gestoßen war. In der Auseinandersetzung mit dessen Thesen fand ich es jedoch bemerkenswert, wie wenig und oft nur oberflächlich die meisten seiner Vertreter bislang darauf eingingen, daß diese Erkenntnistheorie konsequenterweise ihrerseits als Konstruktion zu betrachten sei, und das, obwohl die Zirkelbehaftetheit des menschlichen Denkens von den Konstruktivisten sonst sehr ausführlich diskutiert wird.[2]

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