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Martin Auer
Die Erbsenprinzessin

Copyright 1998 Martin Auer

Smashwords edition



Erstveröffentlicht bei Thienemann Verlag 1998



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Die Geschichte von der Prinzessin auf der Erbse
nach Hans Christian Andersen ganz frei nacherzählt,
aufs zehnfache aufgeblasen und mit vielen Versen versehen,
dazu um die Geschichte des treuen Dieners Truffaldino bereichert





Es war einmal ein Prinz, aber der war nicht der Rede wert.



Reden wir lieber von seinem Diener. Der Diener hieß Truffaldino und war nicht nur der Diener des Prinzen, sondern des ganzen Königshauses. Denn das Königshaus war, wenn ich ehrlich sein soll, schon ein bißchen heruntergekommen. Also eigentlich ziemlich sehr heruntergekommen. Außer dem Diener war nur noch eine Köchin da, das übrige Hauspersonal hatte schon längst gekündigt, weil der König ihnen schon seit Monaten den Lohn schuldig geblieben war. Aber Truffaldino war eben ein treuer Diener und ein treuer Diener läuft nicht davon. Manchmal hätte sich Truffaldino ohrfeigen können dafür, daß er so treu war. Was ging ihn das Königshaus eigentlich an? Aber was sollte er machen? Treuer Diener sein, das war eben seine Natur. Truffaldino stammte aus einer alten Familie von treuen Dienern. Schon sein Vater hatte Truffaldino geheißen und war ein treuer Diener gewesen. Und sein Großvater auch und sein Urgroßvater. Soweit die Familienerinnerung zurück reichte - lauter Truffaldinos, und alle treue Diener. Die Truffaldinos waren als Diener so bekannt, daß eine Zeitlang in jedem Theaterstück der Diener Truffaldino hieß. Truffaldino diente Rittern, Grafen, Fürsten und Herzögen, Prinzen und Königen. Er rasierte seinen Herrn und brachte seine heimlichen Liebesbriefe zur Angebeteten. Er servierte ihm den Tee, und wenn es für den Herrn gefährlich wurde, zog er dessen Anzug an und kassierte für ihn die Prügel. Er bügelte ihm die Hemden und steckte ihn in einen Sack, um ihn aus dem Haus seiner Feinde zu tragen. Er putzte ihm die Schuhe und rettete ihm das Leben.

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